Auf ein Wort - St. Bonifatius Erkner

SANKT
BONIFATIUS
ERKNER
Hl. DREIKÖNIGE
RAHNSDORF
St. Bonifatius Erkner
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Auf ein Wort (von Lucas Podschun, Kaplan im Pastoralen Raum)
Im Evangelium spricht Gott selbst
Lukas wird auch als Maler verehrt

Liebe Gemeindemitglieder,

vielleicht sind für viele von Ihnen Oktober und November Transitmonate, in denen die einen noch den langen Sonnenstunden und warmen Sommernächten hinterherhängen, die anderen sich schon auf heißen Tee vor dem Kaminfeuer freuen. Für mich aber sind diese Herbsttage immer recht bedeutungsvoll, vor allem ob der zahlreichen Engel- und Heiligenfeste, welche uns die Liturgie in dieser Zeit schenkt. So fällt etwa auch das Fest meines Namenspatrons, des Heiligen Evangelisten Lukas, mitten in den Oktober.

Eine Freundin hat mir einmal ein kleines Gemälde angefertigt: Es zeigt den Heiligen, wie er – einer ostkirchlichen Tradition entsprechend – gerade ein Bild der Muttergottes mit ihrem Kind auf dem Arm anfertigt. Tatsächlich befindet sich in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore das wundertätige Gemälde „Salus populi Romani“, welches als eines der Werke des Evangelisten gilt. Dennoch kann man die künstlerische Tätigkeit des Lukas gern auch als Metapher dafür begreifen, dass er die Fleischwerdung Gottes aus der Jungfrau Maria mit Worten skizziert. Die Hand des Evangelisten wird auf meinem Gemälde daher auch von einem Engel geführt. Es ist keine Fabelei, die Lukas festhält. Urheber dessen, was er mit Worten malt, ist Gott selbst. Von ihm inspiriert und geführt, entsteht das Evangelium. Lukas zu Füßen sitzt ein Stier. In Anlehnung an die Apokalypsen des Ezechiel und des Johannes ordnen die Kirchenväter dieses Tier dem Lukas als Evangeliensymbol zu. Ferner schreibt Jesaja mit Blick auf den kommenden Christus: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn“. Der Prophet deutet somit jenes Geschehen der Menschwerdung Gottes an, von welchem Lukas handelt. Dem Ochsen wird das Joch zum Pflügen auferlegt; Christus aber befreit von der Bürde des sündenbedingten Sklavendienstes und legt uns mit dem Kreuz das sanfte Joch der Freiheit als Kinder Gottes auf. „Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es“, so dürfen wir uns, dem Evangelisten Lukas nacheifernd, in diesen Tagen vom Geist der Gotteskindschaft inspirieren und leiten lassen, damit auch unser Beten, unsere Gedanken, unsere Worte und unsere Werke Gottes Liebe so abbilden, dass wir für andere zu Kündern des Evangeliums werden und sie in der Kraft des Heiligen Geistes teilhaben lassen an dieser lichtreichen Heilsbotschaft Christi.


Es grüßt Sie herzlich
Lucas Podschun
Kaplan im Pastoralen Raum



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